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62. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes
20.06.2016 - 01:43 von AJell


„Hessens Feuerwehren gut aufgestellt“


von W. Kister

„Hessens Feuerwehren sehen sich derzeit gut gerüstet. Um jedoch diesen Standard zu erhalten und den Schutz der Bürgerinnen und Bürger auch zukünftig zu gewährleisten, sind alle politischen Entscheidungsträger aufgerufen, die erforderlichen Rahmenbedingungen zu sichern. Hier sehen wir vor allem noch einige Defizite beim Bund.“ Dieses machte der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen (LFV Hessen) Dr. Weltecke (Korbach) anlässlich der
62. Verbandsversammlung seiner Organisation deutlich, die landesweit 75.000 aktive Einsatzkräfte, rund 500.000 fördernde Mitglieder in 2.600 Freiwilligen Feuerwehren,
26.000 Jugendfeuerwehrangehörige in 2.100 örtlichen Gruppen, sowie 57 Werkfeuerwehren und sechs Berufsfeuerwehren vertritt.

Vor rund 200 Delegierten und Gästen, darunter Hessens Innenminister Peter Beuth weiteren Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, ging der Verbandschef auch auf die sensible Sicherheitslage in Europa, etwa nach den Terroranschlägen in Paris und in Brüssel, ein: „In solchen Situationen muss gewährleistet sein, dass neben der Polizei auch eine effektive nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr mit klaren Strukturen vorhanden ist. Hier besteht aus Sicht des LFV Hessen teilweise noch Optimierungsbedarf und die Federführung für die Abwehrplanung muss in der Hand des Innenministeriums, was ferner eine Bündelung der Kompetenzen für den Rettungsdienst bedeutet.“ Nach Ansicht von Weltecke bildet das flächendeckende System des überwiegend ehrenamtlich aufgestellten Feuerwehrwesens in Hessen die größte Einsatzorganisation und ist damit „ein zentraler Eckpfeiler im Bereich der Inneren Sicherheit.“
„Im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz erfüllt Hessen seine Aufgaben vorbildlich“, so der LFV-Vizepräsident.
Doch fehlt seitens des Bundes immer noch die schon mehrfach zugesagte konkrete Unterstützung für den Katastrophenschutz der hessischen Feuerwehren. Trotz verschiedener Resolutionen und intensiver Gespräche hat sich hier bis heute kaum etwas bewegt. Ein Sperrvermerk im Bundeshaushalt, der die Überprüfung des Katastrophenschutzkonzeptes des Bundes beinhaltet, verhindert aktuell die erforderlichen Neubeschaffungen von altbetagten Löschgruppenfahrzeugen. Das ist fahrlässig, da wir die Bundeskomponenten vor allem auch bei überregionalen Einsätzen, wie es sich in der Vergangenheit wiederholt gezeigt hat, zwingend benötigen.

Humanitärer Einsatz für Flüchtlinge
Durch den Einsatz tausender ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben die Feuerwehren gezeigt, wie hier schnell unbürokratisch und humanitäre Hilfe etwa beim Aufbau von Unterkünften, bei der Betreuung etc. geleistet wurde. Zusammen mit der Gefahrenabwehrbehörde und anderen Hilfsorganisationen wurde somit vorbildliche geleistet, was großen Respekt verdient.

Mitgliederentwicklung,
Bereits in den Vorjahren hat sich der LFV Hessen recht erfolgreich um die Mitgliederentwicklung und
-stabilisierung der Feuerwehren gekümmert. Eine neue, jugendgemäße Imagekampgange soll, ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium, helfen, den leicht zurückgehenden Mitgliederzahlen bei den hessischen Jugendfeuerwehren entgegen zu wirken. Ein Erfolgsmodell bleiben weiterhin die Neugründungen von Kinderfeuerwehren für die Altersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen.
Hier sind bereits rund 9.800 Kinder in 735 örtlichen Gruppen im Rahmen der Brandschutzerziehung aktiv dabei. Auch in der Umsetzung der Zusammenarbeit zwischen Schule-/Feuerwehr ist man durch die Kooperationsvereinbarung zwischen LFV Hessen und Kultusministerium ein gutes Stück weitergekommen.


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