Wohnhausbrand fordert Einsatzkräfte über zwölf Stunden lang

Schon auf der Anfahrt war die Lage deutlich sichtbar: Als die Feuerwehr Steinbach (Taunus) und die Dreh-leiter der Feuerwehr Oberursel-Stierstadt am 28. Juni 2026 gegen 09:20 Uhr zu einem Wohnhausbrand in die Herzbergstraße in Steinbach alarmiert wurden, stand dichter Rauch über dem Einsatzort, der sich in einer schmalen Seitenstraße befand. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen Flammen aus Fenstern im ersten Obergeschoss eines Einfamilienhauses. Weil Anwohner zunächst noch eine Person im Haus vermuteten, wurde das Alarmstichwort erhöht; die Menschenrettung hatte an der Einsatzstelle sofort höchs-te Priorität.

Mehrere Trupps gingen unter Atemschutz zur Personensuche und Brandbekämpfung in das Gebäude vor. Erst nach rund zwanzig Minuten intensiver Suche stand fest: Es befanden sich keine weiteren Personen im Objekt. Damit verlagerte sich der Einsatzschwerpunkt vollständig auf das Feuer, das sich vom Oberge-schoss bereits in die Dachdämmung ausgebreitet hatte.
Gerade dieser Bereich entwickelte sich zur größten Herausforderung des Einsatzes. Immer wieder flamm-ten Glutnester in der gedämmten Dachkonstruktion auf. Um sie gezielt erreichen zu können, kamen die Drehleiter der Feuerwehr Oberursel-Stierstadt und der Teleskopgelenkmast aus Wehrheim zum Einsatz. Teile der Dachhaut mussten mit technischem Gerät geöffnet und entfernt werden, damit die verdeckten Brandstellen wirksam abgelöscht werden konnten. Ebenfalls kam die Drohne der Feuerwehr Wehrheim zum Einsatz, um Brandstellen im Dachbereich mittels Wärmebild zu lokalisieren.

Zusätzlich belasteten hochsommerliche Temperaturen von bis zu 38 °C im Schatten die eingesetzten Kräfte erheblich. Im Gebäude kamen starke Wärmeentwicklung, Atemschutzbelastung und körperlich anspruchs-volle Arbeiten im Dachbereich zusammen. Die Einsatzleitung setzte daher auf kurze Einsatzintervalle, re-gelmäßigen Personalwechsel und eine ausreichende Zahl an Kräften im Bereitstellungsraum. Zusätzlich wurden die Einsatzstellenhygiene sowie eine ausreichende Getränkeversorgung für alle Einsatzkräfte, ins-besondere die eingesetzten Atemschutztrupps, in einem eigenen Einsatzabschnitt sichergestellt.

Insgesamt waren rund 180 Einsatzkräfte beteiligt, darunter die Feuerwehren aus Steinbach, Oberursel, Kronberg, Friedrichsdorf, Bad Homburg, Wehrheim, Eschborn, Schwalbach und Eppstein sowie der Ret-tungsdienst, das DRK-Oberursel, die Landespolizei und das THW.
Der Einsatz dauerte über zwölf Stunden an; eine letzte Brandnachschau erfolgte gegen 21:30 Uhr.
Das THW beendete seine Sicherungsmaßnahmen im Rahmen der Eigentumssicherung gegen 03:00 Uhr in der Nacht.